Schweißen oder Löten: was ist wann die richtige Verbindung?
Beide Verfahren verbinden Metall und beide haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hängt oft am konkreten Anwendungsfall und den entsprechenden Anforderungen. Wie viel muss die Verbindung halten? Übersteht ein gefasster Stein die Wärme? Sieht man die Fügestelle hinterher? Und was kostet die Reparatur am Ende?
Mit dem Löten wird hier das Mikro-WIG-Schweißen verglichen, also das gepulste Feinschweißen an Materialstärken ab 0,1 mm, wie es in Schmuckwerkstätten, Dentallaboren und in der Industrie eingesetzt wird.
Kurz gesagt
- Beim Löten schmilzt nur das Lot, beim Schweißen schmilzt das Bauteil selbst. Hieraus ergeben sich die meisten folgenden Unterschiede.
- Der praktische Hauptunterschied ist die Wärme. Löten erwärmt das gesamte Werkstück, Mikro-WIG-Schweißen erwärmt nur einen Punkt von 0,2 bis 4 Millimetern.
- Löten bleibt die richtige Wahl, wo ein Spalt gefüllt, eine Fläche verbunden oder ein ungleiches Werkstoffpaar gefügt werden soll. Kapillarverbindungen, lange Nähte, einfache Elektronik (nicht Hochtemperatur) und Ofenlötung sind hier typische Anwendungsfälle.
- Manchmal werden auch beide Verfahren kombiniert, beispielsweise bei Messing. Erst wird geheftet durch Schweißen und anschließend gelötet.
Inhalt dieses Beitrags
- Kurz gesagt
- Was beim Löten und was beim Schweißen passiert
- Löten und Mikro-WIG-Schweißen im Vergleich
- Wärme: der wichtigste Unterschied im Alltag
- Festigkeit: was die Verbindung wirklich trägt
- Flussmittel, Beizen und der Arbeitsablauf
- Optik, Feingehalt, Korrosion und Biokompatibilität
- Wo Löten die bessere Wahl bleibt
- Beides kombinieren: Fixierschweißen vor dem Löten
- Entscheidungshilfe nach Anwendungsfall
- Kosten: was pro Verbindung wirklich anfällt
- Die Lampert-Geräte im Überblick
- Häufige Fragen zu Schweißen und Löten
- Über diesen Beitrag
- Fazit: wofür Schweißen, wofür Löten
Was beim Löten und was beim Schweißen passiert
Beide Verfahren beschreiben Fügeverfahren, wobei im Werkstück etwas grundlegend Anderes passiert. Beim Löten bleibt der Grundwerkstoff fest, und ein Lot mit niedrigerem Schmelzpunkt füllt die Fuge auf. Beim Schweißen hingegen schmilzt der Grundwerkstoff lokal selbst, beim Mikro-WIG-Verfahren in einem kurzen Impuls von 0,1 bis 34 ms auf einem Punkt von 0,2 bis 4,0 mm. Die Wärme wird also gezielt ins Material eingebracht und es kann hier mit oder ohne Zusatzmaterial gearbeitet werden.
Löten: Benetzung statt Verschmelzung
Beim Löten wird ein Lot mit niedrigerem Schmelzpunkt als der Grundwerkstoff aufgeschmolzen. Es benetzt die Fügeflächen, fließt in den Spalt und bildet beim Erstarren die Verbindung. Die Fügeteile bleiben dabei fest. Die Begriffsnorm DIN ISO 857-2 unterscheidet nach der Liquidustemperatur des Lots. Bis 450 Grad Celsius heißt es Weichlöten, darüber Hartlöten. Die früher gebräuchliche dritte Stufe Hochtemperaturlöten oberhalb von 900 Grad stammt aus der abgelösten DIN 8505 und wird umgangssprachlich weiterverwendet, in der aktuellen Norm gehört sie zum Hartlöten.
Schweißen: artgleich aus dem Werkstück heraus
Beim Schweißen wird der Grundwerkstoff an der Fügestelle aufgeschmolzen. Die erstarrte Naht besteht aus demselben Material wie das Bauteil, die Verbindung ist also artgleich. Dabei kann entweder nur Eigenmaterial verschweißt werden, oder auch zusätzlich Schweißdraht mit in die Verbindung eingebracht werden. Beim Mikro-WIG-Schweißen liefert ein kurzer Stromimpuls zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück die Energie, während Argon die Schmelze vor der Umgebungsluft schützt. Zusatzmaterial ist nur dann nötig, wenn Material aufgebaut werden soll, und dann im besten Fall artgleich als Schweißdraht.
Löten und Mikro-WIG-Schweißen im Vergleich
Die Kriterien, in denen sich Löten und Mikro-WIG-Schweißen im Werkstattalltag unterscheiden, von der Temperatur im Bauteil über Flussmittel und Nacharbeit bis zur Lösbarkeit der Verbindung. Die vier mit der größten Wirkung auf den Arbeitsablauf stehen anschließend ausführlich. Bezugsgröße auf der Schweißseite ist der Arbeitsbereich der Lampert-Geräte, 9 bis 630 A beim PUK 6.1 und 5 bis 1.200 A beim Micro Arc Welder, bei jeweils 0,1 bis 34 ms Impulsdauer.
| Kriterium | Löten | Mikro-WIG-Schweißen |
| Verbindungsmechanismus | Zusatzwerkstoff schmilzt und benetzt die Fügeteile, diese bleiben fest | Der Grundwerkstoff selbst schmilzt und erstarrt zu einer artgleichen Verbindung |
| Temperatur im Bauteil | Das ganze Bauteil muss auf Arbeitstemperatur gebracht werden | Wärme bleibt lokal, das Bauteil bleibt in der Regel handwarm |
| Zusatzwerkstoff | Lot, also eine Fremdlegierung in der Fuge | Kein Zusatz nötig, bei Materialaufbau artgleicher Schweißdraht |
| Flussmittel | Erforderlich, außer beim Löten unter Schutzgas oder Vakuum | Nicht erforderlich, Argon übernimmt den Schutz der Schmelze |
| Nacharbeit | Beizen, Neutralisieren, Politur erneuern | Entfällt größtenteils |
| Festigkeit | Bestimmt durch das Lot, meist unterhalb des Grundwerkstoffs | Kann die Festigkeit des Grundwerkstoffs erreichen |
| Optik | Lotnaht hat eine andere Farbe und läuft anders an | Artgleich, nach dem Polieren praktisch unsichtbar |
| Korrosion | Fremdmetall in der Fuge und Lotspalte begünstigen Kontakt- und Spaltkorrosion | Keine Fremdlegierung, kein konstruktiver Spalt |
| Spaltüberbrückung | Stärke des Verfahrens, Kapillarspalte typisch 0,05 bis 0,2 mm | Begrenzt, die Fügeflächen sollten anliegen |
| Wärmeempfindliche Teile | Steine, Kunststoffe, Federn, Elektronik sind gefährdet | Können in der Regel im Bauteil bleiben |
| Mehrfache Verbindungen am Teil | Erfordert abgestufte Lotfolgen, sonst löst sich die vorherige Naht | Meistens beliebig oft wiederholbar |
| Lösbarkeit | Weichlötverbindungen sind durch Erwärmen wieder lösbar | Nicht zerstörungsfrei lösbar |
Wärme: der wichtigste Unterschied im Alltag
Wärmeausbreitung beim Löten
Löten funktioniert über Kapillarwirkung und Benetzung, dafür muss die gesamte Fügezone auf Arbeitstemperatur kommen. In der Praxis wird das gesamte Bauteil warm. Dadurch müssen gefasste Steine oftmals ausgefasst werden, Kunststoffteile und Dichtungen sind gefährdet und können schmelzen, benachbarte Lötstellen lösen sich und bei Sterlingsilber entsteht beispielsweise flächig Feuerschein.
Was ein Impuls von wenigen Millisekunden ändert
Beim Mikro-WIG-Schweißen liegt die Impulsdauer zwischen 0,1 und 34 ms. In dieser Zeit schmilzt lokal das Material auf, die Wärme fließt sofort in das umgebende Material ab. Das Bauteil bleibt handwarm, oft lässt es sich während der Arbeit weiterhin in der Hand halten.
Daraus ergeben sich Arbeiten, die mit dem Brenner schlicht nicht gehen.
- Ringgrößen ändern, während der Stein gefasst bleibt.
- Verschlüsse an fertig polierte Ketten anschweißen.
- Sensoren und Gehäuse verschließen, in denen temperaturempfindliche Elektronik sitzt.
Beispiele aus der Praxis finden sich unter Schmuck- und Industrieanwendungen.
Festigkeit: was die Verbindung wirklich trägt
Eine Lötverbindung ist so fest wie das Lot, nicht wie das Bauteil. Silberlote und Goldlote liegen in ihren Festigkeitswerten unter den zugehörigen Grundwerkstoffen, Weichlote deutlich darunter. Kompensiert wird das über die Fläche. Ein Kapillarspalt von typisch 0,05 bis 0,2 mm und eine großzügige Überlappung ergeben eine tragfähige Verbindung, obwohl das Lot für sich genommen weicher ist.
Eine Schweißnaht besteht dagegen aus dem Grundwerkstoff selbst (und oft aus einem artgleichen Draht) und kann dessen Festigkeit erreichen. Es gibt keine Fremdlegierung als Schwachstelle und keinen konstruktiven Spalt in der Fuge.
Flussmittel, Beizen und der Arbeitsablauf
Löten braucht Flussmittel, damit das Lot benetzt und die Oberfläche oxidfrei bleibt. Nach dem Löten müssen die Rückstände entfernt werden, üblicherweise durch Beizen und Neutralisieren, sonst wirken sie korrosiv. Danach wird die Politur neu aufgebaut. Beim Mikro-WIG-Schweißen fällt diese Kette komplett weg, weil das Schutzgas die Aufgabe des Flussmittels übernimmt: Argon 4.6 mit einer Reinheit von 99,996 %.
Das Argon verdrängt den Sauerstoff aus der Schweißzone, solange die Stelle heiß ist, bei rund 2 l/min und mit automatischer Vor- und Nachströmung. Kein Flussmittel heißt keine Rückstände, kein Beizen, kein Neutralisieren.
Der eigentliche Gewinn liegt in der Reihenfolge der Arbeitsschritte. Ein Werkstück kann vollständig fertiggestellt und gefasst werden, anschließend geschweißt und dann poliert werden. Beim Löten läuft es umgekehrt: erst fügen, dann beizen, dann die Oberfläche wiederherstellen. Bei Reparaturen an fertigen Stücken ist dieser Unterschied der eigentliche Zeitgewinn, nicht die Sekunden am Impuls.
Bleiben nach dem Schweißen trotzdem dunkle Stellen zurück, ist das ein Hinweis auf die Gasabdeckung oder auf Rückstände am Werkstück. Die Schweißstelle sollte daher (wie auch beim Löten) vorher immer gereinigt werden.
Optik, Feingehalt, Korrosion und Biokompatibilität
Die Naht sieht man oder eben nicht
Eine Lotnaht besteht aus einer anderen Legierung als das Werkstück. Sie hat einen leicht abweichenden Farbton, nimmt Politur anders an und läuft im Lauf der Zeit anders an als das umgebende Material. Bei Weißgold, rhodinierten Oberflächen und farbintensiven Legierungen fällt das auf. Eine Schweißnaht ist artgleich und nach dem Polieren fast unsichtbar.
Feingehalt
Lote in der Edelmetallverarbeitung haben konstruktionsbedingt einen niedrigeren Feingehalt als das Werkstück. Wer mit Feingehaltsangaben und Punzierungen arbeitet, muss den Lotanteil im Blick behalten. Beim artgleichen Schweißen stellt sich diese Frage nicht.
Korrosion und Cadmium-Altlasten
Zwei unterschiedliche Metalle in leitender Verbindung bilden ein elektrochemisches Element, das Kontaktkorrosion begünstigt. Dazu kommt der Lotspalt selbst, in dem sich Feuchtigkeit und Rückstände sammeln können. Eine artgleiche Schweißnaht hat weder Fremdmetall noch konstruktiven Spalt. Cadmiumhaltige Hartlote sind in der EU seit 2011 verboten, nach Anhang XVII Eintrag 23 der REACH-Verordnung ab 0,01 % Cadmium im Lot. In Reparaturstücken, die vor dem 10. Dezember 2011 in Verkehr waren, können sie trotzdem stecken.
Dental und Medizintechnik
Genau deshalb hat sich das Feinschweißen in der Zahntechnik und Kieferorthopädie durchgesetzt. Lotspalte im Mundmilieu sind eine Schwachstelle, sowohl korrosiv als auch als Nische für Beläge, und jedes zusätzliche Fremdmetall ist ein zusätzlicher Faktor bei der Werkstoffbewertung. Anwendungsbeispiele finden sich unter Kieferorthopädie und Zahntechnik.
Wo Löten die bessere Wahl bleibt
Ein Feinschweißgerät ersetzt den Lötplatz nicht vollständig. Überall dort, wo ein Spalt konstruktiv gewollt ist, wo eine große Fläche in einem Arbeitsgang verbunden werden soll oder wo zwei sehr verschiedene Metalle zusammenkommen, bleibt Löten das richtige Verfahren. Die Kapillarspalte, auf die eine Lötkonstruktion ausgelegt wird, liegen typisch bei 0,05 bis 0,2 mm, zum Verschweißen müssen die Fügeflächen dagegen anliegen.
- Spalt als Konstruktionsprinzip: bei Rohr-in-Muffe-, Buchsen- und Steckverbindungen fließt das Lot hinein und verbindet großflächig.
- Große Flächen: was flächig verbunden werden soll, geht beim Löten in einem Arbeitsgang, beim Feinschweißen Punkt für Punkt.
- Ungenaue Passung: liegen die Fügeteile nicht sauber an, kann Lot den Spalt füllen. Zum Verschweißen müssen die Flächen Kontakt haben.
- Sehr unterschiedliche Werkstoffe: bei Paarungen, die beim Aufschmelzen spröde intermetallische Phasen bilden, ist Löten metallurgisch der sichere Weg.
- Elektronik: Lötstellen sind elektrisch definiert, thermisch schonend und reversibel. Für Leiterplatten ist Löten der Standard.
- Serienfertigung: Ofen- und Induktionslöten verbinden viele Stellen gleichzeitig und reproduzierbar über die Temperaturführung.
- Lösbare Verbindungen: Weichlötverbindungen lassen sich durch Erwärmen wieder trennen, eine Schweißnaht nicht.
Beides kombinieren: Fixierschweißen vor dem Löten
Die Verfahren schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Der häufigste Kombinationsfall ist das Fixierschweißen: Die Teile werden mit kurzen, energiereichen Impulsen in exakter Position geheftet und anschließend konventionell gelötet. Das ersetzt Bindedraht, Klemmen und Fixiermasse, die Teile können beim Erwärmen nicht mehr verrutschen, und die Passung stimmt am Ende genau.
Der PUK bringt dafür einen eigenen Fixierschweiß-Modus mit 80 bis 700 A bei 1,5 ms mit, der PUK D einen Fixierschweiß-Anschluss. Weitere sinnvolle Kombinationen aus der Praxis:
- Poren und Lunker im Guss artgleich zuschweißen, danach normal weiterarbeiten und an anderer Stelle löten.
- Eine alte Lötstelle mechanisch entfernen und die Reparatur artgleich verschweißen, damit die Naht in Farbe und Anlaufverhalten zum Werkstück passt.
- Zuerst die wärmeempfindliche Baugruppe schweißen, danach die unkritische Grobverbindung löten.
Entscheidungshilfe nach Anwendungsfall
Die Kurzfassung für den Werkstattalltag, sortiert nach Aufgabe statt nach Verfahren. Zu jeder Aufgabe steht die Empfehlung und der Grund dafür, damit die Entscheidung nachvollziehbar bleibt und sich auf ein ähnliches Bauteil übertragen lässt. Bei Grenzfällen entscheidet ein Testteil, nicht die Tabelle, denn ab 0,1 mm Materialstärke ist meist beides technisch möglich, und dann verschieben Wandstärke, Legierung und Zugänglichkeit das Ergebnis.
| Aufgabe | Empfehlung | Begründung |
| Ringgröße ändern bei gefasstem Stein | Schweißen | Der Stein kann im Werkstück bleiben, kein Ausfassen und Neufassen |
| Krappen und Klauen ergänzen | Schweißen | Materialaufbau an kleinsten Strukturen, ohne die Fassung zu erwärmen |
| Poren und Lunker im Guss füllen | Schweißen | Punktueller Materialauftrag artgleich, kein Lotton in der Fehlstelle |
| Kieferorthopädische Drähte und Apparaturen | Schweißen | Kein Fremdmetall und kein Lotspalt im Mundmilieu, Draht behält seine Eigenschaften |
| Chirurgische Instrumente reparieren | Schweißen | Artgleiche Naht ohne Spalt, in dem sich Rückstände sammeln |
| Sensorgehäuse hermetisch verschließen | Schweißen | Dichte, artgleiche Naht, per Lecktest prüfbar |
| Rohr in Muffe, Kapillarverbindung | Löten | Der Kapillarspalt ist die Konstruktionsgrundlage, Lot fließt hinein |
| Lange Naht oder große Fläche | Löten | Flächige Verbindung in einem Arbeitsgang statt Punkt für Punkt |
| Sehr unterschiedliche Werkstoffe verbinden | Löten | Lot benetzt beide Seiten, ohne spröde Mischphasen zu erzeugen |
| Elektronische Bauteile | Löten | Definierter elektrischer Kontakt, reversibel, bauteilschonend |
Kosten: was pro Verbindung wirklich anfällt
Der Kostenvergleich hängt weniger an der Anschaffung als an der laufenden Nacharbeit. Beim Löten fällt pro Verbindung Material an, Lot, Flussmittel, Beize und Brenngas, beim Feinschweißen fast nur Argon bei rund 2 l/min und die Elektrode. Entscheidend ist aber die Arbeitszeit, denn Beizen, Neutralisieren und Nachpolieren entfallen. Komplett-Setups beginnen netto ab Werk bei rund 4.400 EUR.
Was beim Löten anfällt
Pro Verbindung: Lot, bei Edelmetallen selbst ein Wertstoff, Flussmittel, Beize, Brenngas, und vor allem Arbeitszeit für Beizen, Neutralisieren und Nachpolieren. Dazu kommt das Ausschussrisiko an wertvollen Teilen, wenn Steine, Federn oder Kunststoffe die Wärme nicht überstehen.
Was beim Feinschweißen anfällt
Anschaffung des Geräts, danach Argon bei rund 2 l/min, Elektroden, die sich mehrfach nachschleifen lassen, und bei Materialaufbau Schweißdraht. Pro Verbindung ist der Verbrauch minimal, die Nacharbeit entfällt weitgehend.
Woran sich die Amortisation entscheidet
Sie hängt an eingesparter Nacharbeit, vermiedenem Ausschuss und Aufträgen, die vorher außer Haus gingen. Funktionsfähige Komplett-Setups mit Augenschutz und Gasversorgung beginnen netto ab Werk bei rund 4.400 EUR für den PUK, 5.100 EUR für den PUK D und 7.000 EUR für den Micro Arc Welder. Leasing ist möglich. Worauf beim Gerätekauf sonst zu achten ist, steht im Beitrag Woran erkennt man ein hochwertiges Schweißgerät.
Die Lampert-Geräte im Überblick
Alle drei Profi-Geräte arbeiten nach demselben Mikro-WIG-Prinzip und unterscheiden sich in Leistung, Programmen und Zielanwendung. Der PUK deckt mit 9 bis 630 A Gold- und Silberschmiede ab, der PUK D dieselbe Leistung plus einen Mikro-Modus unter 0,2 mm für kieferorthopädische Drähte, der Micro Arc Welder mit 5 bis 1.200 A Industrie, Labor und Reparatur. Wer ein Gerät vor Ort ausprobieren möchte, findet über Händler finden den nächsten Ansprechpartner.
| Merkmal | Micro Arc Welder | PUK | PUK D |
| Einsatzbereich | Industrie, Labor, Forschung, Reparatur | Gold- und Silberschmiede, Juweliere, Uhrmacher | Zahntechnik, Dentallabor, Kieferorthopädie |
| Spitzenstrom (WIG) | 5 bis 1.200 A | 9 bis 630 A | 9 bis 630 A |
| Impulsdauer | 0,1 bis 34 ms | 0,1 bis 34 ms | 0,1 bis 34 ms |
| Minimale Werkstückdicke | ab 0,1 mm | ab 0,1 mm | Mikro-Modus unter 0,2 mm für KFO-Drähte |
| Fixieren vor dem Löten | über kurze Impulse | eigener Fixierschweiß-Modus, 80 bis 700 A bei 1,5 ms | Fixierschweiß-Anschluss |
| Werkstoff-Programme | 12 (Universal, Gold, Silber, Platin, Palladium, Bronze, Edelstahl, Titan, Aluminium, Zinn, Messing, Kupfer) | 11 | 10 Dentallegierungen |
| Schutzgas | Argon 4.6, ca. 2 l/min, automatische Vor- und Nachströmung, kein Flussmittel | ||
| Schnittstelle | Modbus TCP/IP über LAN, 21 dokumentierte Register | ohne | ohne |
| Zertifizierung | EN 60974-6, EN 61000-6-2/-6-4, EN 63000 (RoHS), CE und UKCA | ||
| Garantie | 1 Jahr | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Investition (Komplett-Einstieg) | ab ca. 7.000 EUR netto | ab ca. 4.400 EUR netto | ab ca. 5.100 EUR netto |
Häufige Fragen zu Schweißen und Löten
Im Grundsatz ja, weil die Schweißnaht aus dem Grundwerkstoff selbst besteht und dessen Festigkeit erreichen kann, während eine Lötnaht die Festigkeit des Lots hat, und die liegt in der Regel darunter. In der Praxis kommt es aber auf die Ausführung an: Eine großflächige Hartlötverbindung mit sauber ausgelegtem Spalt kann tragfähiger sein als eine fehlerhaft geschweißte Naht. Der Vorteil des Schweißens liegt darin, dass die Verbindung artgleich ist und keine Fremdlegierung als Schwachstelle in der Fuge sitzt.
Die Grenze liegt bei 450 Grad Celsius, und zwar an der Liquidustemperatur des Lots. Nach DIN ISO 857-2 heißt es Weichlöten, wenn das Lot unterhalb von 450 Grad flüssig wird, und Hartlöten oberhalb davon. Weichlote sind meist Zinnbasislote und ergeben vergleichsweise weiche Verbindungen, Hartlote auf Silber-, Messing- oder Goldbasis deutlich festere. Die früher übliche dritte Stufe Hochtemperaturlöten oberhalb von 900 Grad stammt aus der abgelösten DIN 8505; die aktuelle Begriffsnorm kennt nur noch die beiden Kategorien, auch wenn der Begriff in der Praxis weiterlebt.
Ja, das ist einer der Hauptgründe für das Verfahren im Schmuckbereich. Der Impuls dauert nur Bruchteile einer Millisekunde bis wenige Millisekunden, die Wärme bleibt lokal und das Bauteil erwärmt sich insgesamt kaum. Ringgrößen ändern, Krappen ergänzen oder Verschlüsse anschweißen ist deshalb möglich, ohne den Stein auszufassen. Beim Löten müsste das Werkstück großflächig auf Löttemperatur gebracht werden, was viele Steine nicht überstehen.
In den meisten Reparatur- und Montagefällen ja. Der Vorteil ist doppelt: kein Fremdmetall in der Fuge, also keine sichtbare Lotnaht und kein abweichendes Anlaufverhalten, und kein flächiger Wärmeeintrag, also keine ausgefassten Steine und weniger Feuerschein. Für Kapillarverbindungen, Spaltüberbrückung und große Flächen bleibt das Löten der richtige Weg.
Nein. Beim Mikro-WIG-Schweißen wird kein Flussmittel eingesetzt, das Argon übernimmt dessen Aufgabe und hält Sauerstoff von der Schmelze fern. Für den Arbeitsablauf heißt das, dass ein Werkstück fertig bearbeitet, gefasst und poliert werden kann und erst danach geschweißt wird. Beim Löten muss die Oberfläche hinterher wieder aufgebaut werden.
Nein, das führt fast immer zu Poren und Einschlüssen. Weichlote enthalten Zinn und teils Blei, Hartlote Zink, ältere Silberlote auch Cadmium. Diese Elemente sieden weit unter der Schweißtemperatur, verdampfen schlagartig und verunreinigen das Schmelzbad. Die Lotreste müssen vorher mechanisch entfernt werden, bis blankes Grundmaterial ansteht.
Nein. Nach Anhang XVII Eintrag 23 der REACH-Verordnung, ergänzt durch die Verordnung (EU) 494/2011, dürfen Hartlote und Metallteile von Schmuck ab einem Cadmiumgehalt von 0,01 Gewichtsprozent nicht mehr verwendet oder in Verkehr gebracht werden. Ausgenommen ist unter anderem Schmuck, der vor dem 10. Dezember 2011 bereits in Verkehr war oder damals älter als 50 Jahre war, und genau dieser Altbestand kommt in die Reparaturwerkstatt. Wenn die Herkunft einer alten Lötstelle unklar ist, sollte das Lot mechanisch entfernt und der Arbeitsplatz wirksam abgesaugt werden, denn beim Verdampfen entstehen giftige Cadmiumoxid-Dämpfe.
Fixierschweißen heftet zwei Teile mit kurzen, energiereichen Impulsen in exakter Position, bevor sie konventionell gelötet oder weiterbearbeitet werden. Es ersetzt Bindedraht, Klemmen und Fixiermasse und ist damit die häufigste Kombination aus beiden Verfahren. Parameter und weitere Anwendungsfälle stehen oben im Abschnitt Beides kombinieren.
Teilweise. Verwandte Werkstoffe wie unterschiedliche Edelstähle oder Goldlegierungen unterschiedlicher Feingehalte lassen sich in der Regel gut verbinden. Bei sehr unterschiedlichen Metallen entstehen dagegen spröde intermetallische Phasen, dort ist Löten oft der bessere Weg, weil das Lot die beiden Werkstoffe benetzt, ohne sie aufzuschmelzen. Für konkrete Paarungen lohnt eine Musterschweißung, bevor man in Serie geht.
Nicht am Stückpreis pro Verbindung, sondern an der eingesparten Nacharbeit und am vermiedenen Ausschuss, und daran, welche Aufträge dann im Haus bleiben. Die Posten im Einzelnen stehen oben im Abschnitt zu den Kosten. Funktionsfähige Komplett-Setups beginnen netto ab Werk bei rund 4.400 EUR für den PUK, Leasing ist möglich.
Über diesen Beitrag
Dieser Beitrag stammt von Lampert Werktechnik, Hersteller der Mikro-WIG-Feinschweißgeräte PUK, PUK D und Micro Arc Welder. Das Unternehmen wurde 2001 in Werneck in Unterfranken gegründet und entwickelt, fertigt und wartet dort seit mehr als 20 Jahren. Die Geräte sind in über 100 Ländern im Einsatz, das Händlernetz umfasst über 60 Länder. Die Angaben in diesem Beitrag stammen aus den Bedienungsanleitungen, den Konformitätserklärungen und der täglichen Anwendungsberatung.
Konkrete Frage zu einem eigenen Bauteil? Das Applikations-Team schweißt es kostenfrei und dokumentiert die Parameter in einem schriftlichen Schweißbericht. Anfrage über unser Kontaktformular, Details zum Ablauf auf der Seite Vor-Ort-Testschweißung. Wer ein Gerät vor Ort sehen möchte, findet über Händler finden den nächsten Ansprechpartner.
Fazit: wofür Schweißen, wofür Löten
Löten verbindet über einen Zusatzwerkstoff und braucht dafür Wärme im ganzen Bauteil, Flussmittel und Nacharbeit. Feinschweißen verschmilzt das Bauteil selbst, punktuell in 0,1 bis 34 ms auf 0,2 bis 4,0 mm, ohne Flussmittel und ohne Beizen. Wo es um wärmeempfindliche Teile, artgleiche Optik, Korrosionsfreiheit in der Fuge oder Reparaturen an fertigen Stücken geht, ist das Schweißen im Vorteil. Wo Spalte überbrückt, Flächen verbunden oder ungleiche Werkstoffe gefügt werden sollen, bleibt Löten das richtige Verfahren.
Die meisten Werkstätten fahren deshalb zweigleisig und nutzen das Fixierschweißen als Brücke zwischen beiden. Wer wissen will, wie das eigene Bauteil reagiert, schickt Werkstoff, Wandstärke und Anforderung über unser Kontaktformular und bekommt eine kostenfreie Musterschweißung mit schriftlichem Schweißbericht zurück. Weiterführend: Mikroschweißen und Feinschweißen im Überblick und das Glossar.
Frage zu einem konkreten Bauteil?
Unsere Anwendungstechniker sehen sich Ihre Fügeaufgabe an und antworten mit belastbaren Angaben zu Werkstoff, Parametern und Machbarkeit. Eine Musterschweißung mit schriftlichem Schweißbericht ist kostenfrei und ab 0,1 mm Materialstärke möglich. Das Ergebnis kommt mit den eingestellten Parametern zurück, damit Sie es an Ihrem Bauteil nachvollziehen können.