Professioneller Ringguss mit der FUSION Gussschleuder

Der Ringguss ist eine der grundlegenden Techniken der Schmuckherstellung – und mit der FUSION Gussschleuder lässt er sich erstmals auf einem kompakten Tischgerät in professioneller Qualität und ohne Anguss umsetzen. Dieses Tutorial führt Goldschmiede, Silberschmiede und ambitionierte Einsteiger Schritt für Schritt durch den vollständigen Gießprozess: von der Vorbereitung bis zum eigentlichen Guss in Gold- und Silberlegierungen. Nehmen Sie sich bitte auch die Zeit, die Betriebsanleitung der FUSION ausgiebig zu studieren.

Persönliche Schutzausrüstung anlegen

Ihre persönliche Sicherheit steht an erster Stelle: Tragen Sie geeignete Schutzhandschuhe, eine Schutzbrille und wenn möglich eine Schürze aus Leder oder anderem hitzebeständigen Material. Tragen Sie langärmelige, nicht brennbare Kleidung.

Die vollständigen Sicherheitshinweise entnehmen Sie bitte der Betriebsanleitung. 

Kokille mit Trennmittel vorbehandeln

Behandeln Sie die Kokille und alle Teile, die mit Metallschmelze in Kontakt kommen können, 
vorab mit einem geeigneten Trennmittel, z. B. mit HeBoCoat® SL-E 200 von der Fa. Henze
3MTM Bornitrid Spray EP (vormals EKamold® EP) oder mit einem vergleichbaren Produkt. 

Auch der Ruß einer Kerze oder einer Öllampe kann den gleichen Effekt erzielen, um den Ring nach dem Gießen problemlos aus der Kokille entnehmen zu können.

Gleichzeitig nimmt die Kokille so weniger Energie von der Schmelze auf.

Nach drei bis vier Gießvorgängen sollte die Kokille vorsichtig gereingt werden (z. B. in einem UItraschallgerät oder mit einer Messingbürste) und die Beschichtung erneut aufgetragen werden.

Richtige Materialmenge vorbereiten

Verwenden Sie nicht zu viel (max. 15 Gramm) und nicht zu wenig Legierung – 
unser praktischer FUSION-Legierungskalkulator hilft Ihnen dabei. Sie finden ihn unten auf: 
www.lampert.info/fusion

Wenn möglich bzw. vorhanden, mischen Sie einen Teil frische Legierung bei – das verbessert 
das Schmelz- und Fließverhalten.

Vermeiden Sie extreme Kombinationen, z. B. sehr dünnes Material in Verbindung mit einer sehr breiten Ringschiene. Ein quadratischer Querschnitt wird besser ausfließen als ein extrem flacher.

Es sind drei verschiedene Kokillendurchmesser erhältlich, 24 mm, 21 mm und 18 mm. 
Dies entspicht dem Ringaußendurchmesser nach dem Gießen.  

Die FUSION darf aussschließlichlich zum Gießen von Gold- und Silberlegierungen verwendet werden!

Schutzgasversorgung sicherstellen

Sollte Ihnen Argon 4.6 zur Verfügung stehen (siehe auch Video „Initial setup“), aktivieren Sie die Schutzgasversorgung in der FUSION.

Gerade, wenn ausschließlich bereits vergossene Legierung (z. B. Altschmuck) verwendet werden soll, kann das die Güte des Gusses positiv beeinflussen.

Gewünschte Drehzahl vorwählen

Schalten Sie die FUSION ein und wählen Sie die Drehzahl je nach Legierung und Materialmenge. Mit etwas Erfahrung werden Sie intuitiv die richtige Drehzahl für Ihre Gießaufgabe finden. 

Häufig wird eine Drehzahl von ca. 1200 bis 1800 U/min bereits ausreichen, auch wenn die FUSION bis zu 3000 U/min liefern kann. 

Warten Sie einige Sekunden, bis die FUSION die gewählte Drehzahl erreicht hat. 

Nach Möglichkeit mit Propan-Sauerstoffgemisch schmelzen

Nur mit Propan-Sauerstoff lassen sich die nötigen Schmelztemperaturen von Gold- und Silberlegierungen, die sich im Bereich von ca. 1200 °C bewegen können, problemlos und zügig erreichen. 

Geben Sie die gewünschte Legierungsmenge in den Schmelztiegel. Alte Legierungen bzw. Schmuckstücke sollten vor dem Einschmelzen gereinigt werden.

Gehen Sie beim Schmelzen leicht über die eigentliche Schmelztemperatur hinaus, denn die Kokille wird nicht vorgewärmt. Vermeiden Sie dennoch, die Schmelze zu überhitzen, was zu Porositäten führen könnte. 

Gießen mit der Flamme erfordert eine entsprechende Ausbildung, Gefühl sowie Erfahrung. 
Übung macht den Meister!

Ringrohling gießen

Sobald die Legierung vollständig geschmolzen ist, eine spiegelnde Oberfläche aufweist und sich 
unter der Flamme flüssig bewegt, gießen Sie das Metall ruhig, mit gleichmäßiger Bewegung
und ohne Unterbrechung mittig in den Eingusstrichter.  

Sobald die Schmelze vergossen wurde, kann die Drehung der Kokille angehalten werden.

Ringrohling abkühlen lassen

Löschen Sie die Flamme, schließen Sie alle Gasflaschen-Ventile und schalten Sie die FUSION aus. 
Lassen Sie alle Bauteile und die FUSION mindestens 5 Minuten, besser noch länger abkühlen.

Ringrohling entnehmen

Sind alle Bauteile ausreichend abgekühlt, nehmen Sie (ggf. noch mit Lederhandschuhen) das Kokillengehäuse ab, öffnen Sie den Kokillendeckel und lösen Sie die Kokille.  

Der Ring kann nun aus der Kokille entnommen werden. 

Kokille neu beschichten

Nach drei bis vier Gießvorgängen sollte die Kokille vorsichtig gereingt werden (z. B. in einem UItraschallgerät oder mit einer Messingbürste) und die Beschichtung mit Trennmittel erneut aufgetragen werden wie oben beschrieben.

Weitere Informationen zur Lampert FUSION finden Sie auf der Produktwebsite oder auch auf unserem YouTube-Kanal.

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