Mikro-WIG-Schweißen vs Faserlaser: der Lampert Micro Arc Welder im Vergleich
Kurz gesagt: Für Reparatur, mobilen Einsatz und kleine bis mittlere Losgrößen ist der Lampert Micro Arc Welder bei für die meisten Anwendungen vergleichbarer Nahtqualität die deutlich günstigere Wahl. Der Faserlaser lohnt sich bei Hochvolumen-Serien mit konstanter Geometrie und vollautomatischer Fertigungslinie.
Die häufigste Kaufentscheidungsfrage in der Industrie-Anwendung: Mikro-WIG-Schweißen (auch Mikroimpulsschweißen oder Micro-TIG genannt) oder Faserlaser? Beide Verfahren liefern verzugsarme, nacharbeitsfreie Schweißnähte, der Unterschied liegt in Investition, Mobilität, Werkstück-Flexibilität und Sicherheitsaufwand. Dieser Vergleich zeigt, wann der Lampert Micro Arc Welder die wirtschaftlich bessere Wahl ist und wann sich die Faserlaser-Investition lohnt.
Wie sich die beiden Verfahren unterscheiden
Faserlaser
Ein in der Faser geführter Laserstrahl wird über eine Optik auf den Werkstoff fokussiert. Die hohe Energiedichte verdampft oder schmilzt das Metall auf einem sehr kleinen Punkt. Faserlaser sind energieeffizient, automatisierbar und für Serienproduktion mit gleichbleibender Geometrie ideal. Anschaffung typisch im Bereich 20.000–80.000 EUR plus Schutzkabine, Filteranlage und gegebenenfalls Laserschutzbeauftragter.
Lampert Micro Arc Welder (MAW)
Ein elektronisch gezündeter Lichtbogen überträgt Energie über eine Wolframelektrode unter Argon-Schutzgas auf das Werkstück, in einzelnen Impulsen von 0,1 bis 34 Millisekunden. Der metallurgische Prozess der Schmelzbildung ist identisch zum Laser, nur die Energiequelle unterscheidet sich. Anschaffung ab ca. 7.000 EUR, mobile Tisch-Bauform, Augenschutz-Standard mit CE-Konformität, keine Kabine nötig.
Die Kernfrage lautet selten welches Verfahren ist technisch besser, sondern welches passt zu meinem Volumen, meiner Werkstattgröße und meinem Investitionsrahmen.
Detaillierter Vergleich
| Kriterium | Lampert Micro Arc Welder (MAW) | Faserlaser |
|---|---|---|
| Anschaffung | ab ca. 7.000 EUR | ca. 20.000–80.000 EUR |
| Betriebskosten | gering (Argon, Elektroden) | mittel (Wartung, Optiken, Filter, Argon) |
| Ergebnisqualität | sehr gut | sehr gut |
| Minimale Materialstärke | 0,1 mm | < 0,1 mm darstellbar (je nach Optik und Pulsregime) |
| Wärmeeintrag | minimal (Impulse) | minimal (fokussiert) |
| Verzug | sehr gering | sehr gering |
| Materialvielfalt | sehr hoch (12 Material-Programme) | sehr hoch |
| Aluminium | dediziert (Aluminium-Modus) | möglich, mit Setup-Aufwand |
| Mobilität | 10,9 kg, portabel | stationäre Anlage |
| Werkstückgröße | unbegrenzt (Gerät kommt zum Werkstück) | begrenzt durch Arbeitskammer |
| Schutzmaßnahmen | Augenschutz-Standard (Mikroskop oder Helm) | Lasergehäuse, Spezialbrille, ggf. Laserschutzbeauftragter |
| Einlernkurve | sehr schnell (1 bis 2 Stunden) | mittel bis hoch |
| Wartungsaufwand | gering | höher (Optiken, Justierung) |
| Platzbedarf | Tischgerät | Anlage mit Schutzkabine |
| Serienproduktion | bedingt geeignet (meist für Heftanwendungen) | sehr gut geeignet |
| Reparaturarbeiten | ideal | gut (stationär) |
| Schutzgas | Argon (günstig, automatisch geregelt) | Argon oder manchmal nicht prozess-erforderlich |
Schutzgas im Verfahrensvergleich
Schutzgas. MAW vs. Faserlaser
Lampert Micro Arc Welder: Argon ≥ 99,9 % (Argon 4.6), ca. 2 l/min, automatische Vor- und Nachströmung. Eine 10-l-Flasche reicht typisch mehrere Wochen bis Monate. Betriebskosten gering und planbar.
Faserlaser: Schutzgas ist nicht unbedingt prozess-notwendig, weil der fokussierte Laserstrahl die Atmosphäre nicht über einen Lichtbogen ionisiert. Trotzdem wird häufig ein Cross-Jet (Druckluft) oder Argon-Schleier eingesetzt, vor allem zum Schutz der Fokus-Optik vor Schmauch und für oxidationsempfindliche Werkstoffe (Titan, Edelstahl in Sichtnaht).
Praktische Konsequenz: Für Titan, Edelstahl und reaktive Werkstoffe brauchen beide Verfahren Argon, nur die Logistik unterscheidet sich. Für Edelstahl in Reparaturbetrieben ohne Sichtanforderung kann Faserlaser ohne Schutzgas arbeiten, das spart Argon-Logistik, erhöht aber das Risiko von Anlauffarben.
Wann der Lampert Micro Arc Welder die bessere Wahl ist
- Budgetsensible Entscheidung, wenn Anschaffung und Amortisation im Vordergrund stehen.
- Mobiler Einsatz direkt am Werkstück. Service, Werkstatt-Reparaturen, Großbauteile, die nicht in eine Laser-Kabine passen.
- Kleine bis mittlere Losgrößen und Reparaturarbeiten.
- Flexible Werkstoffe mit häufigem Wechsel, die 12 vorinstallierten Programme decken Edelstahl, Titan, Aluminium (mit dediziertem Modus), Kupfer, Edelmetalle, Nickelbasis ab.
- Einstieg ohne großen Schulungsaufwand, der Micro Arc Welder ist in 1 bis 2 Stunden sicher bedienbar, erste gute Ergebnisse gelingen sofort.
- Betriebe ohne Platz für stationäre Laser-Anlagen.
- Backup-System zusätzlich zum bereits vorhandenen Laser, die typische Hybrid-Werkstatt
Wann der Faserlaser Vorteile hat
- Sehr hohe Serienvolumina mit gleichbleibenden Parametern und Geometrie.
- Materialstärken unter 0,1 mm, etwa bei Mikrobatterien oder bestimmten Sensor-Bauformen.
- Vollautomatische Produktionslinien mit PLC-Steuerung und Roboter-Integration.
- Anwendungen ohne Argon-Logistik, wenn der Werkstoff nicht oxidationsempfindlich ist und keine Argon-Versorgung gewünscht ist.
- Sehr feine Schweißpunkte in elektronischen Bauteilen, wo der fokussierte Laserstrahl feiner begrenzt werden kann als ein Lichtbogen.
In der Praxis ergänzen sich beide Verfahren häufig: Micro Arc Welder für Entwicklung, Prototyp, Reparatur und Kleinserie, Faserlaser für die Hochvolumen-Produktion, sobald das Jahresvolumen die Laser-Investition rechtfertigt.
Wirtschaftlichkeit (Richtwerte)
| Position | Lampert Micro Arc Welder | Faserlaser |
|---|---|---|
| Geräteanschaffung | ab ca. 7.000 EUR | ca. 20.000–80.000 EUR |
| Erweiterungen (Kabine, Filter) | nicht erforderlich | typisch 5.000–15.000 EUR |
| Jährliche Betriebskosten | gering (Argon, Elektroden) | mittel (Wartung, Optiken) |
| Schulung | 1 bis 2 Stunden Einarbeitung, optional kostenloser Eintageskurs | mehrtägig + Bedienerzertifizierung |
| Amortisation Reparaturbetrieb | sehr schnell | länger |
| ROI bei Großserie | begrenzt | sehr hoch |
Preise sind Richtwerte und je nach Konfiguration unterschiedlich. Aktuelle Lampert-Preise und Konfigurationen auf Anfrage.
Zusätzlicher Aufwand bei Laser-Anlagen
Die Laserquelle eines Faserlasers ist in Klasse 4 nach DIN EN 60825-1 einzuordnen, das bringt eine Reihe verpflichtender Maßnahmen mit, die in der Investitions- und Betriebskosten-Rechnung oft unterschätzt werden:
- Vollständige Kapselung des Arbeitsbereichs (Laserschutzgehäuse, ggf. Absaugung mit Filteranlage).
- Spezielle Laserschutzbrille der passenden Wellenlängenklasse für jeden Bediener und Besucher des Bereichs.
- Regelmäßige Wartung und Inspektion der Anlage durch zertifiziertes Personal.
- Laserschutzbeauftragter im Betrieb (je nach Größe und Anlage).
- Dokumentationspflichten nach der OStrV (Verordnung zum Schutz vor künstlicher optischer Strahlung) in Verbindung mit der TROS Laserstrahlung.
Beim Lampert Micro Arc Welder reicht der handelsübliche Lampert-Augenschutz oder eine geeignete Filterbrille, keine Schutzkabine, kein Laserschutzbeauftragter, keine zusätzliche Dokumentation jenseits der üblichen Werkstatt-Unterweisung.
Häufige Fragen zum Vergleich Micro Arc Welder vs. Faserlaser
Der metallurgische Prozess ist in den meisten Anwendungen vergleichbar. Faserlaser kann bei extrem dünnen Materialien (< 0,1 mm) und sehr hohen Serienvolumina Vorteile haben, bei den allermeisten Industrie-Reparaturen und Klein- bis Mittelserien sind die Ergebnisse gleichwertig.
Faserlaser typisch 20.000–80.000 EUR, Micro Arc Welder ab ca. 7.000 EUR. Dazu kommen beim Laser Schutzkabine, Filteranlage und ggf. Bedienerschulung, der reale Investitionsrahmen ist Faktor 5–10 höher.
Nein. Der Micro Arc Welder arbeitet mit einem Lichtbogen, nicht mit Laserstrahlung. Augenschutz und allgemeine Werkstatt-Vorgaben reichen, keine Kabine, kein Laserschutzbeauftragter.
Ja, sehr gut. Der MAW hat einen dedizierten Aluminium-Modus mit optimierter Schweißkurve.
Sehr häufige Praxis: Mikroimpulsschweißen für Reparaturen, Einzelstücke, mobile Einsätze und Kleinserien. Faserlaser für die Hochvolumen-Serienfertigung. Die zwei Geräte ergänzen sich und decken zusammen das gesamte Anwendungs-Spektrum ab.
Beim MAW typisch ein Tag im Lampert-Workshop in Werneck, eigene Werkstücke können mitgebracht werden. Beim Faserlaser sind mehrtägige Schulungen und eine Bedienerzertifizierung üblich.
Mikroimpulsschweißen, wegen Mobilität, Arbeit direkt am eingespannten Werkzeug und niedriger Investition. Detail: Formenbau und Formenreparatur mit Mikroimpulsschweißen.
Das Lampert-Applikations-Team unter mail@lampert.info. Kostenfreie Musterschweißung mit schriftlichem Schweißbericht ist möglich, bei Verfahrens-Entscheidungen ist das der schnellste Weg zu belastbaren Daten.
Fazit: Vergleichbare Ergebnisse, deutlich geringere Kosten
In der überwiegenden Mehrheit der industriellen Anwendungen liefert der Lampert Micro Arc Welder Ergebnisse, die dem Faserlaser ebenbürtig sind, bei einem Bruchteil der Anschaffungskosten, ohne Schutzkabine und mit deutlich kürzerer Einarbeitungszeit. Der Micro Arc Welder spielt seine Stärken aus, wo Mobilität, Materialvielfalt und Investitionsrahmen die Entscheidung treiben.
Faserlaser bleibt die richtige Wahl, wenn Stückzahl, Geometrie-Konstanz und Automatisierungsgrad die Investition rechtfertigen. Die typische Hybrid-Werkstatt nutzt beide Verfahren parallel. Micro Arc Welder für Entwicklung und Reparatur, Laser für die Serie.
Für eine Probeschweißung an Ihren Bauteilen erreichen Sie uns unter mail@lampert.info, ein schriftlicher Schweißbericht liegt jeder Musterschweißung bei.
Alle technischen Daten zum Gerät finden Sie auf der Produktseite zum Lampert Micro Arc Welder.
Stand: Juni 2026, Lampert Werktechnik GmbH, Werneck.